• GesKR_Konkordanztabelle_Aktienrechtsrevision_Feb17
  • GesKR_01/2019
GesKR_Konkordanztabelle_Aktienrechtsrevision_Feb170 GesKR_01/20191

Aus der aktuellen Ausgabe der GesKR



Aufsätze


Jacques Iffland

Hans Caspar von der Crone / Martin Monsch / Luzius Meisser, Aktien-Token

"Für die Urkundenqualität von Token spricht, dass diese mit der fehlenden Kopierbarkeit und der Rivalität im Gebrauch Charakteristiken aufwei­sen, die für Sachen typisch sind. Dies war denn auch wie erwähnt das Ziel des unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannten Vaters virtueller Währungen. Al­lerdings verhalten sich Token nicht in jederlei Hinsicht gleich wie Sachen; Regeln zu Besitz und Eigentum etwa lassen sich nicht unbesehen auf Token anwenden. Aus­serdem sind die Charakteristiken von Token gerade auch typisch für Wertrechte, weshalb eine Ausdehnung des Urkundenbegriffs auf Token bei einer Qualifikation als Wertrecht weder angezeigt noch erforderlich erscheint."

Alessandra Läser
   
Urs Schenker

Urs Schenker, Die Sonderprüfung – ein schwieriges Instrument

"Das Problem der Sonderuntersuchung und die Haltung des Gesetzgebers bzw. der Gerichte bei derartigen Un­tersuchungen zeigt deutlich das Problem des aktienrecht­lichen Minderheitenschutzes: Gesetzgeber und Gerichte fürchten im Allgemeinen «aktivistische Minderheitsak­tionäre», «querulatorische Umtriebe» sowie eine «Kla­geflut» viel mehr als den Machtmissbrauch durch den Verwaltungsrat. Diese Haltung zeigt sich nicht nur bei den hohen Anforderungen, welche von den Gerichten an die Glaubhaftmachung im Rahmen einer Sonderun­tersuchung gestellt werden, sondern auch bei dem vom Gesetzgeber vorgesehenen schwerfälligen Verfahren, das die legitimen Interessen des Unternehmens schützen soll, aber tatsächlich dem Verwaltungsrat ermöglicht, Sonderuntersuchungen weitgehend zu vermeiden und zu verzögern."

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Jörg Walther / Tom Schaffner / Josianne Magnin, Der Sachverständige nach Art. 731a Abs. 3 OR

"Wohl wegen des klaren Wortlauts von Art. 731a Abs. 3 OR ist sich die Lehre einig, dass die Einsetzung eines Sachverständigen zur Untersuchung der Geschäftsfüh­rung nur durch Beschluss der Generalversammlung er­folgen kann. Diese Kompetenz der Generalversamm­lung ist unentziehbar, kann also nicht durch andere Organe – insbesondere auch nicht durch den Verwal­tungsrat – ausgeübt werden. Der Verwaltungsrat kann der Generalversammlung die Einsetzung von Sachver­ständigen aber jederzeit vorschlagen und dies von sich aus traktandieren. Zudem ist es auch dem Verwaltungs­rat einer Gesellschaft möglich, Dritte mit der Prüfung bestimmter Gesellschaftsangelegenheiten und der Über­prüfung der Geschäftsführung zu beauftragen. Macht er von dieser Möglichkeit Gebrauch, handelt es sich un­seres Erachtens indes nicht um einen Anwendungsfall von Art. 731a Abs. 3 OR."

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Tennessee Soudain

Tennessee Soudain, La mise en oeuvre des obligations de due diligence en matière de droitsde l’Homme par les entreprises

"Encore cantonnées aux principes directeurs de l’ONU et de l’OCDE, les obligations de diligence raisonnable commencent à être intégrées à des législations nationales dont les exemples les plus flagrants sont la loi française sur le devoir de vigilance des entreprises et la loi néer­landaise sur le devoir de diligence en matière de travail des enfants. Les questionnements suisses quant à la ré­glementation de la responsabilité des entreprises et des obligations de due diligence entrent parfaitement dans la lignée de ces lois."

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Roman Huber

Roman Huber, Interne Untersuchungen und Anwaltsgeheimnis

"Das Bundesgericht hat – zwar nicht im Zusammenhang mit einem Strafverfahren gemäss StPO – die Anwend­barkeit des «nemo-tenetur-Grundsatzes» im vorliegen­den Entscheid grundsätzlich bestätigt. Gleichzeitig hat es aber ausgeführt, dass dieses Prinzip bei «juristischen Personen differenziert zu umschreiben sei» und erwo­gen, dass dieser Grundsatz auch aus dem Grundsatz der Menschenwürde fliesse, auf dessen grundrechtlichen Geltungsbereich ein Unternehmen sich als juristische Person in Zusammenhang mit gesetzlichen Herausga­bepflichten nicht berufen könne. Die Erwägungen des Bundesgerichts zum Anwendungsbereich und Umfang des nemo-tenetur-Grundsatzes dürften über den spiel­bankenrechtlichen Bereich hinaus von Bedeutung sein."

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Pascal G. Favre

Pascal G. Favre / Sarah Bechaalany, Le risque concurrence et sa gestion par le conseil d’administration d’une société anonyme

"Si le rôle du conseil d’administration est au premier chef de définir la vision et la stratégie de l’entreprise, les nouvelles réglementations et leur complexité rendent la compliance indissociable de toute bonne gouvernance. « Gouverner, c’est prévoir ». L’adage, que l’on prête à un homme politique parisien du XIXe siècle, peut naturel­lement être transposé à la gestion des exigences sophis­tiquées, et souvent difficilement prévisibles, posées par le droit de la concurrence et ses autorités de tutelle, ain­si qu’à la gestion des situations de crise qui surviennent en cas de matérialisation du risque concurrence. Cette anticipation requiert un investissement ainsi qu’un en­gagement sans détour du conseil d’administration, à la hauteur des enjeux que le risque concurrence représente pour la société et la responsabilité personnelle des admi­nistrateurs."

Sarah Bechaalany